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Retter aus der Luft

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Ob Unfall, Herzinfarkt, Schlaganfall oder intensivmedizinische Verlegung – wenn Menschen schnell medizinische Hilfe benötigen, ist das Team der Luftrettung München zur Stelle.

Auf der Station in Großhadern stehen die Einsatzkräfte des ASB und der DRF Luftrettung rund um die Uhr bereit, um im Notfall zu helfen. Drei von ihnen haben wir in München auf ihrer Schicht begleitet.

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Die Luftretter

Christoph München

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Der 27-jährige Dominik Mehler ist seit zwei Jahren dabei und stellvertretender leitender Notfallsanitäter für den ASB München an der Station Christoph München. Mehr als 600 Einsätze ist er bereits geflogen.

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Zu seiner Notfallsanitäterausbildung ist er zusätzlich als HEMS-TC qualifiziert. Hinter dieser Abkürzung versteckt sich der Helicopter Emergency Medical Service Technical Crew Member. „Diese Zusatzqualifikation erlaubt mir, den Hubschrauberpiloten bei der Navigation und der  Luftraumbeobachtung zu unterstützen“, erläutert Mehler. „Nur  wer diese Zusatzausbildung hat, darf im Cockpit links neben dem Piloten sitzen.“

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Dr. Marco Galle arbeitet seit sechs Jahren als Notarzt auf "Christoph München". 

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Sascha Netzer ist seit rund 20 Jahren Pilot, Christoph München fliegt er seit mehr als sechs Jahren. 

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"Christoph München" wird sowohl für den schnellen und schonenden Transport intensivpflichtiger Patienten als auch für Notfalleinsätze eingesetzt.

Als einer von nur drei Standorten in Bayern sind die Rettungsflieger auf der Station Großhadern auch nachts im Einsatz. 

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Betrieben wird die Station in Großhadern von der  DRF Luftrettung, die den  Hubschrauber, die Technik und die Piloten stellt. Die Notärzte kommen vom LMU Klinikum der Universität München – Campus Großhadern, die Notfallsanitäter stellt der ASB-Regionalverband München/Oberbayern. Piloten und Notfallsanitäter absolvieren Zwölf-Stunden-Schichten, die Ärzte sind 24 Stunden im Einsatz.

In der oberen Etage der Station gibt es Ruheräume für die Crews, im Erdgeschoss sind Aufenthaltsräume,  Küche und Büro.

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Der ASB München stellt seit rund 30  Jahren die Notfallsanitäter auf der Station Großhadern. Auch die medizinische Ausrüstung und  Medikamente werden über den ASB vorgehalten.

Über 1.300 Mal hob "Christoph München" im Jahr 2018 ab, pro Tag sind es durchschnittlich vier Einsätze.

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In etwa 300 Metern Höhe fliegt "Christoph München" mit über 200 Stundenkilometern in Richtung Bad Tölz.

Eine 62-jährige Frau muss in eine Münchner Klinik  verlegt werden. Sie kam am Morgen mit Sprachstörungen ins Krankenhaus. Eine sogenannte  Computertomografie zeigte die Ursache: eine verstopfte Arterie – ein Schlaganfall. Die Lage und Größe des Gerinnsels machen eine Behandlung nötig, die nur wenige Kliniken durchführen können. Mittels eines Drahtes, der in der Leistengegend in die Arterie eingeführt wird, soll das Gerinnsel beseitigt werden. Die nächstgelegene Klinik, die die dafür nötige Ausrüstung und Spezialisten hat, ist das Klinikum rechts der Isar in München.

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Knapp 15 Minuten nach der Alarmierung landet "Christoph München" in Bad Tölz. Sobald die Rotorblätter stillstehen, sind Notarzt Dr. Marco Galle und ASB-Notfallsanitäter Dominik Mehler mit Trage und Ausrüstung unterwegs zur Patientin.

Dort warten der zuständige Arzt und die Schwestern bereits.
Schnell und routiniert werden die Patientendaten abgeglichen, die Diagnose sowie verabreichte Medikamente mitgeteilt. Dann bereiten Marco Galle und Dominik Mehler die Patientin auf den Transport vor. Sie wird auf die Trage verlegt, an den mobilen Herzmonitor angeschlossen, bekommt eine Infusion.

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Die Handgriffe sitzen, Arzt und Notfallsanitäter arbeiten routiniert zusammen. „Normalerweise dauert die Patientenvorbereitung immer am längsten“, erzählt ASB-Notfallsanitäter Dominik Mehler. „Etwa 30 bis 40 Minuten sind normal. Aufgrund des Platzmangels können wir im Hubschrauber später nur  eingeschränkt agieren, deshalb muss vorher immer alles bestmöglich vorbereitet sein.“


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Die Patientin ist unruhig, nur schwer zu verstehen. Das Gerinnsel beeinträchtigt ihre sprachlichen Fähigkeiten deutlich. „Hier sieht man, warum wir so wichtig sind. Bei dem Krankheitsbild entscheiden Minuten über die spätere Lebensqualität“, sagt Mehler.

Dann geht es zum Hubschrauber, wo Notarzt Marco Galle direkt neben der Patientin Platz nimmt, während Dominik Mehler die Instrumente und Monitore transportsicher verstaut.

Wenig später hebt der Hubschrauber ab und nimmt Kurs auf München. 

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Der Flug verläuft ruhig. Marco Galle überwacht die Patientin und füllt die nötigen Papiere aus. 

Der Landeplatz ist auf dem Dach der Uniklinik, in einem geschützten Vorraum warten bereits Ärzte und Schwestern. Die Patientin wird von der Trage auf das bereitstehende Bett verlegt. Marco Galle übergibt Unterlagen, Befund und die neuesten Zahlen zu Puls und Blutdruck.

Währenddessen bereitet Dominik Mehler Trage und Ausrüstung für den nächsten Patienten vor und meldet Christoph München wieder einsatzbereit.

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Die Rettungskräfte erleben viel. Nehmen sie etwas davon mit nach Hause?

Dominik Mehler sagt, er könne ab Feierabend viel auf der Station lassen.„Aber einige Fälle nehme ich doch mit nach Hause. Manche Schicksale durchbrechen auch unseren Schutzschild.“ Für ihn ist es schwer, wenn selbst alles Können und  modernste Technik nicht genügen.

„Aneurysmen beispielsweise. Wir transportieren die Betroffenen so schonend wie möglich, aber manchmal genügt schon eine kleine Erschütterung und das Aneurysma platzt. Der Patient verblutet innerhalb von Minuten“, berichtet er. „In der einen Sekunde reden sie mit dir, in der nächsten verdrehen sie die Augen und sind wenige Minuten später tot. Dass wir dann nichts mehr tun können, ist das Schwerste.“

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Auf dem letzten Einsatzflug an diesem Tag ist es bereits dunkel. Unter dem Hubschrauber leuchtet München. Wird es je Alltag, das Fliegen?

 „Nein“, sagt Dominik Mehler. „Es ist immer wieder etwas Besonderes. Jede Tages- oder Nachtzeit hat ihren eigenen Charme. Ich kann mir nicht vorstellen, in den nächsten Jahren etwas anderes zu machen. Die Notfallrettung ist meine Berufung. Ich würde mich jederzeit wieder dazu entscheiden.“

Am Boden wartet schon die nächste Schicht. Hubschrauber und Ausrüstung werden überprüft. Netzer, Galle und Mehler verabschieden sich. Und Christoph München ist mit neuer Besatzung wieder bereit zum Einsatz.

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In der fliegenden Intensivstation ist nicht viel Platz. Pilot und Copilot - oder der HEMS-TC - sitzen im Cockpit, der begleitende Notarzt, weitere  Rettungskräfte oder auch Angehörige in der Kabine. 

Die Kopfhörer dämmen den Lärmpegel, der integrierte Bordfunk ermöglicht die Verständigung - zur Leitstelle und auch untereinander. Ohne diese Hilfsmittel wäre eine Verständigung schlicht unmöglich. 

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Als einer von drei Rettungshubschraubern in Bayern ist "Christoph München" 24 Stunden einsatzbereit und fliegt auch nachts.

Der Pilot startet die Maschine erst, wenn alle Crewmitglieder an Bord sind. Bis die Rotorblätter auf Höchstleistung laufen, vergehen etwa zwei Minuten. Dann hebt "Christoph München" ab - senkrecht in den Himmel.


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Zum Einsatz kommt ein Hubschrauber des Typs H145. Die Piloten der DRF Stiftung Luftrettung gemeinnützige AG werden bei Tageinsätzen im Cockpit von einem HEMS-TC (Helicopter Emergency Medical Service - Technical Crewmember) unterstützt, nachts von einem zweiten Piloten. 

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„Christoph München“ ist 24 Stunden am Tag einsatzbereit. Bei den nächtlichen Einsätzen tragen die Piloten sogenannte Night-Vision-Goggles, die das noch vorhandene Restlicht verstärken und somit eine verbesserte Orientierung bieten.

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Neben dem Transport von intensivpflichtigen Patienten werden auch regelmäßig Transporte mit Inkubatoren sowie mit intensivmedizinischen Maximaltherapien wie ECMO, ECLS oder IABP durchgeführt, bei denen eine Maschine teilweise oder vollständig die Atemfunktion von Patienten übernimmt.

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Um sicherzustellen, dass der mobilen Medizintechnik nicht der Strom ausgeht, kommt an Bord von „Christoph München“ ein 230V-Inverter zum Einsatz. Dank dieses Spannungswandlers ist eine immerwährende Stromversorgung gewährleistet, die der Patientensicherheit dient: Neben 12-Volt-Anschlüssen steht damit während des Fluges eine redundante Stromversorgung zur Verfügung, die einen Ausfall dieser lebenswichtigen Geräte aufgrund mangelnder Akku-Kapazität verhindert.

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Zur Sonderausstattung gehören bei "Christoph München" Neoinkubatoren, wie hier der Inkubator Space Pod. 

Damit können Frühchen und Neugeborene ab 300 Gramm sicher und schonend transportiert werden. 

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